Ayurveda Ordnungstherapie

Warum Dinacharya-Tagesroutinen?

Warum Dinacharya-Tages

Die Frage warum die vedische Lebensweisheit, Wissenschaft und Medizin soviel Wert auf Tagesroutinen, die sogenannten Dinacharyas legt, möchte ich im heutigen Sommer-Infobrief beantworten:

 

Alles im Ayurveda inkl. wir Menschen mit unserer Verdauung auf geistiger, emotionaler und körperlicher Art wird dem Prinzip von Microkosmos im Makrokosmos unterstellt. So sind wir Menschen ein Teil der Natur, abhängig sowie in Wechselwirkung mit dieser.

Gesunde Riten fördern die Gesundheit und lindern Krankheiten wurde in den Veden niedergeschrieben. Diejenigen, die den Ayurveda niedergeschrieben haben, das bisher älteste dokumentierte Medizinsystem, waren sehr gute Naturforscher und Beobachter. So wurde in diesen alten Schriftenbeschrieben, dass auch der Tag und die Nacht, wie soviel anderes auch, Eigenschaften besitzen und in Zyklen aufgeteilt werden. Auch die Dosas (Bioenergien, krankmachende Prinzipien) haben hier einenEinfluss darauf. Später wurden die heutigen Tagesuhrzeiten diesen bereits bestehenden und beschriebenen Zyklen zugeteilt:


Es benötigt 3 Zeiger im Ayurveda: 10.00/22.00 und2.00/14.00 und 6.00/18.00

6.00 bis 10.00: die Eigenschaften von schwer, träge, schleimig, langsam, ölig, fest, kühl (dies entspricht dem sogenannten Kaphaprinzip/ Strukturprinzip) dominiert in der Natur und im Menschen der hoffentlich kurz davor aus seinem Schlaf erwacht ist. Es wird in diesem Zeitabschnitt empfohlen, antagonistische Eigenschaften zu den obig beschriebenen zu aktivieren, zu leben, zu essen, um in Balance zu kommen. Auch die Verdauung ist nach dem Aufwachen noch träge und langsam: Deswegen sollte man nur leicht und gut Verdauliches essen, am besten sogar warm. Menschen die Probleme mit Übergewicht haben, sollten gar das Frühstück weglassen und nur abgekochtes Wasser trinken oder allerhöchstens ein bis zwei Löffel von einem speziellen Fruchtmuss einnehmen und oder ein Glas heisse Milch trinken(unbedingt heiss gemacht, da sonst auch schwerverdaulich). Aber auch Menschen die an keiner Erkrankung leiden, sollten ihr Verdauungsfeuer nicht mit ungekochten Dingen wie Brote mit Aufstrichen, Käse, Fleisch, trockene Müsli oder rohen Früchten blockieren. Ein blockiertes Verdauungsfeuer (Agni) ist ein Krankheitsverursacher laut Ayurvedamedizin. Wenn man jedoch bei genug starkem individuellem Verdauungsfeuer doch etwas zum verstoffwechseln benötigt, etwas braucht das mehr Energie für den Start in den Tag gibt, werden z.B. gekochte Breis mit gedünsteten Früchten und erwärmenden Gewürzen empfohlen.

Man sollte spätestens bei Sonnenaufgang oder gar kurz davor aufstehen. Morgengymnastik oder Sesamöl-Eigenmassagen, Meditation, Atemtechniken oder Yoga, alternativ auch ein Morgenspaziergang werden je nach Konstitution individuell vom Ayurvedaarzt dem Patienten empfohlen um das System in Betrieb zu bringen. Je nach Diagnostik kann es auch bei jemandem zu Empfehlungen wie Zungenabschabungen, Mundspülungen oder Nasenspülungen (Schleim lösend) kommen.

 

10.00-14.00: Die Eigenschaften von: penetrierend, flüssig, spitz, heiss, transformierend, leicht ölig überwiegen dann in der Natur sowie im Microkosmos, dem eigenen Körper. Man ist dann längst angewärmt auch ohne direkt an der Sonne zu sein. Dies entspricht dem Pitta-Stoffwechselprinzip. Die Sonne steht am höchsten und brennt gar runter. Es ist die Zeit des Hauptverdauungsfeuers. Deswegen soll dann die Hauptmahlzeit stattfinden. Das Verdauungsfeuer ist nun am stärksten und braucht etwas um zu zerlegen und in die Gewebe umzuwandeln. Um einen gesunden Stoffwechsel zu fördern, sollte man in diesem Zeitraum das Menu des Tages einnehmen: Kohlenhydrate, ausreichend mit verschiedenen Gemüsen angereichert, Proteine, Vitamine und gesunde Fette gehören zu einem ausgewogenen Essen. Ausgewogen heisst, dass es am besten alle sechs Geschmacksrichtungen enthalten sollte: süss, sauer, salzig, scharf, zusammenziehend, bitter. Damit bekommt jedes Gewebe etwas Gutes ab. Salat (Rohkost) sollte nicht einzeln und erst am Schluss eingenommen werden, während man mit dem Süssen beginnen sollte (muss nicht ein Dessert sein, da auchGetreideim Körper zu Süssstoff umgewandelt wird). Wenn jemand ein starkes Verdauungsfeuer hat, kann dieser gerne einmal im Tag zu dieser Zeit seine Rohkost zum Gekochten dazu essen. Denn in dieser Zeit ist der Stoffwechsel am besten in der Lage, dies zu verarbeiten.

In dieser Zeit sollte man also essen und nicht joggen gehen, weder in Massagen und auchnicht an anderen Terminen über Mittag teilnehmen, anstatt sich der Nahrung zu widmen. Denn sonstüberhitzt das System allmählich und Säure wird gebildet. Falls der Magendarm zu dieser Zeit nichts bekommt, verbrennt er sich quasi selbst. Das bedeutet also ein weiterer vordergründig eigenkreierter krankheitsauslösender Faktor, z.B. Erkrankungen wie Gastritis und weitere Darmerkrankungen werden so unter anderem provoziert.

 

14.00-18.00: Eigenschaften wie: beweglich, trocken, leicht, kalt, rauh, feinstofflich und klar überwiegen in diesem Zeitabschnitt: Vata- das Bewegungsprinzip. In dieser Zeit lässt der Leichtigkeit (feinstofflich, leicht) wegen die Konzentration etwas nach; man kann gedanklich gut abschweiffen, hat Müdigkeitskrisen gegen Nachmittag, dieLeistungsfähigkeit sinkt. Ein süsser Chai (Tee) oder der Griff zu ein paar Mandeln oder Datteln kann hilfreichzur Konzentrationsförderung sein. Aber Achtung: im Masse! Gesunde Süsse beruhigt das Nervensystem, baut Gewebe auf und erdet. Dafür ist dieseVata-Zeit am besten um leichte Bewegung zu betreiben oder spirituelle Praktiken zu verüben. Vielleicht im Büro einmal eine kurze Pause mit Atemübungen einlegen oder etwas Herumgehen? Eine kurze Meditation oder Achtsamkeitsübungen nach der Arbeit werden hier oft auch empfohlen.

 

Nun wiederholen sich dieselben Eigenschaften und deren Dosazustände auch in der Nacht:

18.00-22.00 kommt erneut Kapha zum Zuge. Schwere liegt in der Luft. Haben Sie schon einmal erlebt, dass Sie um 19.00Uhr schon sehr müde sind? Das nennt sich Kaphaschwere! Deswegen sollte das Abendessen eben nicht zu schwer und auch nicht erst kurz vor dem Schlafen gehen eingenommen werden. Das Abendessen sollte mindestens 1-2 Std. vor dem Zubettgehenstattfinden, sonst blockiert es das Agni (Stoffwechsel) und stört den Schlaf. Vielleicht haben Sie auch bemerkt, dass Sie vor 21.00 bereits schon müde sind, jedoch ab 22.00 plötzlich wieder hellwach werden? Das ist weil der Wechsel vom Kapha-Strukturprinzip zum Stoffwechselprinzip Pitta übergeht. Deswegen sollte man sich der Natürlichkeit wegen vor 22.00 Uhr schlafen legen. Besonders in emotional schwierigen Zeiten wird dies vom Ayurvedaarzt dringendst empfohlen, damit ab 22.00 Uhr die Emotionen auch im geistigen Stoffwechsel durch den Schlaf gut verarbeitet werden können. Also lange Gespräche bis in die Nacht hinein oder Unterhaltungsprogramme, sowie Computerarbeit bis Mitternacht sind gesundheitsschädigend, speziell bei Schlafproblemen oder Stresszeiten.

 

22.00-2.00nachts kommt nämlich dann der geistige (psychische) Stoffwechsel der dominierenden Pittaeigenschaften im Schlaf in Gange. Durch den Tiefschlaf und die Träume werden Unbewusstes und Emotionen transformiert. Es ist die beste Zeit und die beste Tätigkeit zur geistigen Balance und Gesundheit wenn man dann schläft.

 

2.00-6.00 werden die Eigenschaften wie auch am Tag um diese Zeiten in der Nacht wieder leichter, feinstofflicher, dem Vata entsprechend. So erwachen viele Leute nachts ab 2.00Uhr und bei psychischen Problemen (welche allesamt den feinstofflichen Geist betreffen) gibt es dieses sogenannte Früherwachen, weil die Schwere eben in dieser Tages- und Nachtzeit auch in der Natur abnimmt. Zum Glück ist man hoffentlich deswegen entsprechend schon früher zu Bett gegangen. Geistliche, wie auch z.B. Mönche meditieren in dieser Zeit vor dem Sonnenaufgang, da dann die Feinstofflichkeit am Höchsten liegt.

Nachtschichten werden nach Ayurveda generell nicht empfohlen, da diese gezwungener Massen den Stoffwechsel, auch den Gewebestoffwechsel und die Dosas (problemverursachende Prinzipien: Vata, Pitta, Kapha) durcheinander bringt und diverse Krankheiten dadurch gefördert werden.

 

Der Mensch sollte sich, weil er der Microkosmos im Makrokosmos ist, der Natur und deren Prinzipien und Eigenschaften anpassen, damit er gesund bleibt, also in Balance bleiben kann.

 

Diese Prinzipien in seinem persönlichen Alltag umzusetzen bedeutet oft viel Reflektion, Arbeit, Umstellung und Aufmerksamkeit. Das Ziel des Ayurveda ist gesund zu sterben und hat viele Weisheiten dafür erforscht und beschrieben. Das eine oder andere kann sich jeder rauspicken wenn er etwas Gesundes für sich ausprobieren möchte.

 

Allerdings sind diese Dinacharyas nun wieder nur ein Teil des sehr komplexen Ayurveda und um es bei sich gezielt anzupassen, bedingt es die persönliche Konstitution (Prakruti) und die persönliche Instabilität (Vikruti) zuvor zu kennen. Bei schweren Erkrankungen tragen auch solche Dinacharya-Regeln eine wesentliche Rolle zum Genesungserfolg bei, müssen aber mit seriöser Anamnese&Diagnostik, Kräutermedikation, Ausleitungsverfahren, Ernährung, Ordnungstherapie (zu dieser u.a. diese Dinacharya gehört), Manualverfahren und psychologischem Coaching einher angegangen werden.

 

Leider ist in Europa im Gegensatz zu Sri Lanka „Ayurveda“ immernoch kein geschützter Titel und wird zu allen möglichen Zwecken mittlerweile verwendet, entwendet und dadurch auch oft verwässert. Bei allen Erkrankungen und auch im gesunden Zustand sollte immer eine seriöse Diagnostik und Anamnese vor jeder Behandlung stehen, da es auch bei unseriösem Anwenden vom Ayurveda drastische Folgen und Kontraindikationen gibt.

Mit Ayurvedamedizin können folgende Erkrankungen erfolgreich behandelt oder deren Symptome gelindert werden:

Erkrankungen des Bewegungsapparats (z.B. Rheuma, Arthrose, Osteoporose, Rücken- und Gelenksbeschwerden sowie weitere Schmerzthemen die den Bewegungsapparat betreffen), Erkrankungen des Nervensystems (z.B. Parkinson, Multiple Sklerose, Neuralgien), Erkrankungen der Haut (z.B. Psoriasis, Gicht, Akne, Dermatitis), Stoffwechselerkrankungen (z.B. Übergewicht, Diabetes mellitus), Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems (z.B. Hypertonie, weitere Herzprobleme), Erkrankungen der Atemwege (z.B. Asthma bronchiale, Bronchitis, Rhinitis), Darmerkrankungen (z.B. Gastritis, Reflux, Opstipation, Diarrhoe, Blähungen, Reizdarm, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn), Erkrankungen des Harntrakts (z.B. Zystitis), psychische Erkrankungen (z.B. Depressionen, Stresserkrankungen, Schlafstörungen, Burnout), Hals-Nasen-Ohren Erkrankungen und des Kopfes (z.B. Tinnitus, Erkältungskrankheiten, Nasennebenhöhlenentzündung, Augenerkrankungen), Frauenerkrankungen (z.B. Menstruationsprobleme, Menopausebeschwerden) sowie Immunsystemschwäche (z.B. Allergien und weitere Abwehrschwäche) und viele weitere Erkrankungen.

Bei allen diesen Erkrankungen werden zur Linderung und Unterstützung eine individuell zugeschnittene Dinacharya des Ayurveda empfohlen. Falls Sie Unterstützung durch das Kulturgut „Ayurvedamedizin“ aus meiner Heimat Sri Lanka suchen oder einfach nur Interesse haben gesund zu bleiben, kommen Sie zu mir in eine Konsultation, in der auch Diagnostik und Anamnese nach klassischem Ayurveda angewendet wird.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte meiner Website:

www.kumuduni-ayurveda.com

Herzlich & Ayubowan, Kumuduni A. S. Röllin

Medizinische Ayurveda Spezialistin / i. A. Master of science Ayurvedamedizin

 

Untenstehend ein paar Eindrücke aus der Ayurvedamedizin: